Die Kuppel der Sternwarte war bereits geöffnet und Holger hatte die Teleskope vorbereitet. Nur die Montierung musste noch etwas justiert werden, damit die Beobachtugsobjekte vom Steuerungscomputer genau angefahren werden können. Dazu hat uns Holger gezeigt, wie wir den Stern Wega im Sternbild Leier mit der Handsteuerbox im Teleskop einstellen. Danach versuchte Sonja erfolgreich den Stern im Okular in die Mitte zu fahren und wir haben diese Position durch Drücken einer Taste auf der Handsteuerung bestätigt. Damit weiß der Steuerungscomputer, dass das Teleskop exakt auf den Stern Wega zeigt und kann nun jedes gewünschte Objekt so anfahren, dass es im Sichtfeld des Okluars auftaucht. Im Laufe des Abends durfte jeder von uns ein Objekt mit der Handsteuerbox im Teleskop einstellen (wichtig: dabei immer ein Finger über der Stop-Taste, damit man das Teleskop stoppen kann, bevor es irgendwo anstößt!). Mit einer anderen Fernsteuerung haben wie die Öffnung der Kuppel in die entsprechende Richtung gedreht.

Damit konnten wir nun mit der Beobachtung starten, sind aber zuerst noch auf die Plattform vor der Sternwarte gegangen, um uns die Sternbilder am Himmel anzuschauen. Unsere Reise durch die Sternbilder begann beim Großen Wagen, mit dessen Hilfe wir durch 5x verlängern der vorderen Deichsel den Polarstern gefunden haben. Nach dem kleinen Bären, zu dem auch der Polarstern gehört, sind wir über die Sternbilder Drache, Kassiopeia, Giraffe, Perseus und Andromeda zum Pegasus gewandert. Im Westen standen noch die Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler am Himmel, während im Osten der Fuhrmann, der Stier und die Plejaden zu sehen waren. Tief am Osthorizont stand der Planet Jupiter, der zur Zeit im Sternbild Zwillinge rechts von den beiden Hauptsternen Castor und Pollux zu finden ist.

Während Thomas und Hildrun das kleine Spiegelteleskop auf der Plattform aufgebaut haben, damit wir auch ein paar Objekte am Teleskop von Hand einstellen können, sind wir mit Holger wieder in die Kuppel gegangen. Als nächstes wurden die beiden Teleskope Starlight und Starfire auf den Ringnebel M57 im Sternbild Leier gerichtet, dem unser großes Spiegelteleskop ein paar schöne Details entlocken konnte.

M57

Vor dem nächsten Objekt sind wir nochmal auf die Plattform gegangen und haben uns Jupiter durch das zwischenzeitlich aufgebaute Spiegeltelskop angeschaut. Die vier Galileischen Monde waren sehr schön zu beobachten. Ganymed und Europe standen links von Jupiter, Io und Callisto rechts von Jupiter.

Jupiter Monde 2013-12-20 18-15h

Zurück in der Kuppel ging die Reise weiter zur Spiralgalaxie M31 im Sternbild Andromeda, die deshalb auch oft Andromeda Galaxie genannt wird. M31 ist die unserer Milchstrasse am nächsten stehende Galaxie und etwa 2,2 Millionen Lichtjahre entfernt. Andromeda ist so hell, dass man sie bereits mit bloßem Auge als kleines Nebelfleckchen erkennen kann. Im Teleskop war der helle Kern der Galaxie gut zu erkennen, während die Spiralarme als schwächerer Nebel um den Kern herum zu erkennen waren. Holger erklärte uns, dass die im Gesichtsfeld sichtbaren Sterne zu unserer eigenen Galaxie - der Milchstrasse - gehören und auf der Sichtlinie zwischen der Erde und der Andromeda Galaxie stehen.

M31

Kurz darauf kam Thomas Kurtz und hatte die Idee den Kometen Lovejoy einzustellen. Leider stand er aber schon zu tief und war hinter Bäumen verschwunden. Sehr Schade, nachdem der Komet ISON sich bei seiner Sonnenumrundung aufgelöst hat, wäre Lovejoy sicher ein schöner Ersatzkomet gewesen.

Da der Komet schon verschwunden war, haben wir dem Doppelsternhaufen h+Chi (NGC 869 + NGC 884) im Sternbild Perseus einen Besuch abgestattet, die ein wunderschöner Anblick waren. Dabei handelt es sich um zwei sehr junge offene Sternhaufen, die Sterne in h sind etwa 5,6 Millionen Jahre alt, während die Sterne in Chi etwa 3,2 Millionen Jahre alt sind. Chi ist rund 7600 Lichtjahre von uns entfernt, h ca. 6.800 Lichtjahre.

h&Chi

Das nächste Beobachtungsobjekt war M42 im Sternbild Orion (Orionnebel). Leider stand Orion noch etwas niedrig am Osthimmel, weshalb die unruhige Luft M42 im großen Starlight etwas verwaschen und unruhig aussehen ließ. Im "Starfire" war das Bild wesentlich besser. In beiden Teleskopen konnten wir das Trapez (Theta Orionis 1, ein optisches Mehrfachsystem aus vier Sternen, die alle selbst tatsächliche Mehrfachsterne sind) gut erkennen. Schön war auch Theta Orionis 2 zu sehen, ein Dreifach-Sternsystem in der Nähe des Trapezes.

Theta OrionisTheta Orionis Zeichnung

Zum Abschluß haben wir nochmal einen Blick auf Jupiter und seine Monde geworfen. Der Planet stand schon etwas höher am Himmel und zwei seiner Monde hatten schon deutlich ihre Position zueinander verändert (Ganymed und Europa).

Jupiter Monde 2013-12-20 19-15h

 

Zusammengefasst war es ein toller Beobachtungsabend mit vielen interessanten Objekten. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

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