Wenn man eine Nacht lang den gestirnten Himmel beobachtet, kann man feststellen, dass alle Gestirne scheinbar eine tägliche Bewegung von Osten nach Westen ausführen. Beobachtet man regelmäßig, fällt bei Mond und Planeten auf, dass sie zwar an dieser Bewegung teilhaben, aber nach einem Tag weiter im Osten stehen. Also müssen sie eine zusätzliche Bewegung nach Osten ausführen.

Bei Mars, Jupiter und Saturn fällt von Zeit zu Zeit eine merkwürdige Schleifenbewegung auf. Zunächst ist gegenüber dem Vortag keine Positionsänderung nach Osten zu beobachten. Dann erscheint der betreffende Planet nach 24 Stunden plötzlich weiter westlich. Dies kann der Beobachter mehrere Tage hintereinander feststellen, bevor ein erneuter Stillstand und dann wieder die Positionsänderung nach Osten stattfindet.

 

Wenn man die Erde als Zentrum des Weltalls annimmt, also geozentrisch denkt, kann diese Schleifenbewegung nur höchst mühsam und mit viel Phantasie dargestellt werden. Aristoteles (384-322 v.Chr.) erklärt sie durch kristallene Kugelschalen, die miteinander in Verbindung stehen, sich aber mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Richtungen bewegen. Der Planet soll dabei an der innersten Kugelschale befestigt sein. Die Schleifen resultieren in diesem Modell also aus den unterschiedlichen Bewegungen der einzelnen Schalen.

Eine ähnliche, aber rein geometrische Erklärung findet um 100 n. Chr. Klaudios Ptolemaios: Er lässt die Planeten auf einem kleineren Aufkreis (Epizykel) laufen, dessen Mittelpunkt sich auf dem Bahnkreis bewegt. Aus dieser Bewegungsüberlagerung resultiert nach Ptolemaios die Schleifenbewegung.

scroll back to top