X. Linz

Über Linz

Linz ist die größte Stadt Oberösterreichs und hinter Wien und Graz die drittgrößte in ganz Österreich. Lange Zeit galt sie als Stahlstadt, jedoch versucht sie heute durch Ansiedlung moderner Industriezweige, zahlreiche Events und Unternehmungen wie zum Beispiel die „Linzer Klangwolke“ ein neues Image zu bekommen, da sie 2009 Europäische Kulturstadt zusammen mit der litauischen Hauptstadt Vilnius sein wird. Die Stadt liegt an der Donau im Linzer Becken. Es wird auch derzeit vermehrt darauf geachtet, dass die vielen Fabriken die Umweltbestimmungen beachten. Die Ars Electronica, welche in Linz stattfindet, ist eine der bedeutendsten Computer-Kunst Messen der Welt.


Einige Daten:

Höhe: 266 m ü. NN

Fläche: 95,98 km²

Bevölkerungsdichte: 1957,4 Einwohner je km²


Zur Geschichte:

Schon 400 v.Chr. entstanden auf dem heutige Linzer Stadtgebiet einige keltische Siedlungen an der Donau. Die Römer gründeten ein Kastell namens Lentia zwischen 166 – 180. Linz wurde zum ersten Mal 410 im römischen Staatshandbuch als „Lentia“ erwähnt. Das Kastell war ein strategisch wichtiger Punkt, da er den Übergang über die Donau sicherte und wurde oftmals von den Germanen überfallen, jedoch überdauerte es diese Phase und auch die folgende Völkerwanderung. Die Besiedlungskontinuität riss nicht ab.
Durch das Vordringen der Bayern im Frühmittelalter wurde die Stadt wieder bedeutsamer. Im Jahre 799 wurde der deutsche Name der Stadt als „Linze“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Während der Herrschaft der Karolinger erfüllte Linz Markt- und Zollaufgaben für den Traungau. Die Bayern regierten bis 1210 die Region.
Unter den Babenbergern entwickelte sich Linz zur Stadt; bis 1240 erhielt sie einen Stadtrichter und ein Stadtsiegel. Da die Stadt an einem wichtigen Handelsknotenpunkt lag, war die „Linzer Maut“ eine wichtige Einnahmequelle der Österreichischen Herzöge. Die geographische Randlage zu Bayern machte den Ort auch für Fürstenversammlung interessant. Seit Ende des 13. Jahrhunderts war Linz Sitz des Landeshauptmanns und folglich der Zentralort von Österreich. Friedrich III. wählte die Stadt sogar als Residenzstadt aus und machte sie so von 1489 bis 1493 zum Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reichs, nachdem Wien von Matthias Corvinius erobert wurde. Der zweite österreichische Landtag fand schon 1457 auf dem Linzer Schloss statt. 1490 wurde Linz Landeshauptstadt. 1497 erhielt Linz das Recht zum Bau einer befestigten Brücke über die Donau.
Zur Zeit der Reformation war Linz bis 1600 protestantisch. Die protestantischen Fürsten errichteten während dieser Zeit auch das Landhaus als Zeichen ihrer Macht, dort sollte später die Landschaftsschule untergebracht werden, wo Johannes Kepler unterrichten sollte. Ab 1600 führten Jesuiten und Kapuziner die Gegenreformation durch. Der dadurch mit ausgelöste Oberösterreichische Bauernkrieg traf 1626 auch die Stadt. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt barockisiert. Wesentlichen Anteil daran hatten neue Klostergründungen von Orden. 1672 gründete Christian Sint die „Wollzeugfabrik“, die erste Textilfabrik Österreichs. Im 18. Jahrhundert wurde diese verstaatlicht; zeitweise arbeiteten dort über 50.000 Menschen.1800 brach in der Linzer Altstadt ein Großbrand aus, der die Stadt stark zerstörte. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Dampfschifffahrt auf der Donau eingeführt. 1832 wurde die erste Eisenbahn auf dem europäischen Kontinent errichtet, welche durch Budweis eingeführt wurde bis 1861 wurde die Stadt durch die Westbahn ein wichtiger Handels- und Verkehrsknotenpunkt auf dem Weg von Wien nach Salzburg beziehungsweise Passau. 1880 wurde in Linz eine Pferdestraßenbahn errichtet. Diese wurde 1897 elektrifiziert.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erfasste die Industrialisierung auch Linz, wo eine Schiffswerft und eine Lokomotivfabrik errichtet wurden. Auch die Textilindustrie hatte in Linz einen bedeutenden Standort. Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, sollte Linz zu einem Industriezentrum ausgebaut werden.
Schon 1938 erfolgte die Grundsteinlegung für die „Hermann Göring Werke“ zur Herstellung von Eisen und Stahl, diese wurden nach dem Krieg in die VOEST Werke überführt. Diese großen Pläne brachten 10.000 Wohnungsplätze mit sich, welche noch heute das Stadtbild prägen. Hitler selbst war in Linz zur Schule gegangen und in Folge seiner Sympathie für Linz plante er dort die größte Kunstgalerie der Welt zu errichten. Es waren auch Prunkbauten geplant, denn hier sollte die Welthauptstadt Germania entstehen. In den Jahren 1944 und 1945 wurde Linz bombardiert, 1700 Leute starben dabei. Zur Besatzungszeit war Linz bis 1955 entlang der Donau geteilt. Der Norden mit Urfahr war sowjetisch besetzt, der Süden von den USA. 1966 wurde Linz mit der „Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften“ zur Universitätsstadt, daraus wurde 1975 die Johannes Kepler Universität Linz.

Kepler in Linz

1612 wird Kepler Mathematiker der oberösterreichischen Landschaft in Linz.
1613 heiratet er seine zweite Frau Susanne, welche er unter elf Kandidatinnen aussucht. Um die Ehe finanzieren zu können, veröffentlicht er die "Neue Raummesskunst für Weinfässer". 1615 wird seine Tochter Margarethe Regina geboren. Jedoch erfolgen auch hier die Gehaltszahlungen unregelmäßig und gekürzt.
Er wird in Linz vom Abendmahl ausgeschlossen, da seine Mutter als Hexe angeklagt wird. 1617 bekommt er noch eine Tochter von seiner zweiten Frau namens Katharina. Die mittlerweile zweijährige Tochter Margarethe Regina stirbt.1618 entdeckt Kepler sein 3. Planetengesetz. Der "Grundriss der Kopernikanischen Astronomie" (Epitome Astronomiae Copernicanae") erscheint.
Die Tochter Katharina stirbt als Kleinkind. Kepler lässt sich davon in seinem wissenschaftlichem Arbeiten nicht beirren und veröffentlicht 1619 die "Weltharmonik in fünf Büchern" (Harmonices Mundi). Die "Epitome" wird vom Vatikan verboten, wodurch Keplers Wirkung im katholischen Europa beeinträchtigt wird.
1620 muss er zur Verteidigung der Mutter nach Württemberg reisen. Ein Jahr später wird seine Tochter Cordula geboren. Seine Mutter wird im Hexenprozess auf Grund seiner Initiative freigesprochen. Jedoch stirbt sie an den Folgen der Folter im Jahre 1622. Im Jahre 1624 erscheint "Über Logarithmen" ("Chilias Logarithmorum").
1625 erschweren Kriegeinwirkungen den Druck seiner Werke und 1626 wird die Druckerei, in der er die „Rudolfinischen Tafeln“ drucken lässt, abgebrannt.
Schließlich muss er auch Linz unter dem Druck der Gegenreformation verlassen.
1627 wird er wie alle nichtkatholischen Beamten in den habsburgischen Landen entlassen.
Kepler verbrachte insgesamt 14 Jahre seines Lebens in Linz, das war sein längster Aufenthalt an einem Ort in seinem Leben.

Keplers Zitat:

„Ich bin immer noch in Linz mehr aus der Macht der Umstände als aus eigenem Willen.“(4.8.1619)

Erinnerungen an Kepler heute

- Namenspatron der Johannes Kepler Universität Linz
- Johannes Kepler Denkmal im Schlosspark
- Gedenktafeln an seinem Wohnhaus in der Rathausgasse


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