VIII. Graz

Über Graz

Graz ist die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Steiermark. Kulturell ist Graz sehr reichhaltig und von der Bevölkerungszahl, welche sich aus 240.000 Einwohnern und 36.000 Studenten zusammensetzt, ist sie die zweitgrößte in ganz Österreich. Graz hat nach Wien die zweit meisten Studenten, welche die vier Universitäten besuchen. Graz ist von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet und gewann 2003 den Titel Kulturhauptstadt.


Einige Daten:

Höhe: 353 m ü. NN

Fläche: 127,58 km²

Bevölkerungsdichte: 1.773 Einwohner/km²


Zur Geschichte:

Die Ursprünge der Stadt Graz sind bis in die jüngere Steinzeit nachweisbar. Die Römer stationierten in Graz ein Kastell und die Slawen erbauten dort eine Burg, daher auch der Name Graz, denn er ist von dem slowenischen und kroatischen „gradek“ abgeleitet, was so viel wie „Burg“ bedeutet.
Der Stadtname wurde das erste Mal nachweislich in einer Urkunde, welche auf das Jahr 1128 zurückgeht, erwähnt. Der Ort blühte unter Markgrafen und Herzögen des Geschlechts der Babenberger zu einem wichtigen Handelsplatz auf. Später kam Graz in den Besitz der Habsburger. Kaiser Rudolf I. mochte die Stadt und gewährte ihr besondere Privilegien. Im 14. Jahrhundert machten die Habsburger Graz zu ihrer Residenz. Sie regierten von der Burg aus große Ländereien, die bis nach Italien reichten. Im Jahre 1585 wurde die erste Universität gegründet. Zu dieser Zeit prägten italienische Künstler und Baumeister das Bild der Stadt.

Die Stadt war immer wieder durch die Feldzüge der Türken gefährdet und so siedelte 1619 der gesamte Hofstaat nach Wien. 1797 besetzte die französische Armee unter Napoléon Bonaparte Graz. 1809 konnte ein neuerlicher Angriff der Franzosen erfolgreich abgewehrt werden. Die Auseinandersetzungen fanden im Frieden von Schönbrunn ein Ende. Jedoch hatte dies zur Folge, dass die Österreicher die Festigungsanlagen auf dem Schlossberg gänzlich „schleiften“.

Adolf Hitler stand in einem besondere Verhältnis zu Graz, er verlieh der Stadt den Ehrentitel „Stadt der Volkserhebung“, da es schon vor dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 eines der aktivsten Zentren der österreichischen Nationalsozialisten gewesen war.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Graz 16 % der Gebäude zerstört. Jedoch bleib die Altstadt weitgehend von Bombenangriffen verschont, da die Hauptziele strategische Zentren wie der Hauptbahnhof sowie die großen Industrieanlagen im Westen und Süden der Stadt waren. Obwohl es viele Fehlabwürfe gab, die Zivilisten hätten treffen können, war die Anzahl der Opfer relativ gering, da im Schlossberg zahlreiche, durch Zwangsarbeiter erbaute Bunker waren.

Kepler in Graz

1594 tritt Kepler sein Amt als Mathematikprofessor am protestantischen Gymnasium in Graz an. Er muss versuchen die Druckkosten für sein erstes größeres Werk durch eine vorteilhafte Heirat zu decken. So erscheint sein erstes Hauptwerk 1596. Er nennt es "Das Weltgeheimnis" ("Mysterium Cosmographicum"), welches dazu führt, dass Kepler das erste Mal wirklich in Fachkreisen bekannt wird. 1597 heiratet er Barbara Müller, welche aus einer sehr wohlhabenden Familie stammt. Ein Jahr später wird sein Sohn Heinrich geboren und 1599 kommt es zur Geburt seiner Tochter Susanna, welche aber noch im gleichen Jahr stirbt. 1600 wird Kepler aufgrund seiner Konfession aus Graz ausgewiesen. Er erkrankt am Wechselfieber

In seiner Nova Astronomie (1609) spricht er es selbst aus, dass er anfänglich keineswegs davon begeistert war, nach Graz fortgeschickt zu werden.

Erinnerungen an Kepler heute

- Johannes Kepler Volkssternwarte Graz
- Internationales Evangelisches Studentenwohnheim „Johannes Kepler Haus“
- Johannes Kepler Denkmal


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