V. Adelberg

Über Adelberg

Das kleine beschauliche Dorf mit seinen 2066 Einwohnern gehört zu Göppingen, welches wiederum dem Regierungsbezirk Stuttgart untergeordnet ist. In Adelberg gibt es ein Kloster und die alljährlichen Freilichtspiele, die im Kloster stattfinden sind auch immer wieder ein Highlight. Außerdem ist Adelsberg ein staatlich anerkannter Erholungsort mit Wellenbad und Campingplatz.


Einige Daten:

Höhe: 473 m ü. NN

Fläche: 9,49 km²

Bevölkerungsdichte: 218 Einwohner/km²


Zur Geschichte:

Die Geschichte Adelbergs ist sehr eng mit der Geschichte des Klosters verknüpft. Die Gemeinde hieß bis 1851 Hundsholz, daher auch der Hund in dem Wappen. Die Namensänderung erfolgte, als das Kloster eingemeindet wurde und damit kann man auch das Wildschwein im Wappen erklären, welches aus dem Wappen des Klosters stammt.
Das Dorf selbst bestand schon als die Klostergründung durch Volknand von Staufen im Jahre 1178 erfolgte. Dies wissen wir, da in den Klosterchroniken geschrieben steht, dass Volknand von Staufen dem Kloster auch einen Teil des Dorfes Hundsholz schenkte. Drei Jahre nach der Gründung nahm Kaiser Friedrich I. Barbarossa das Kloster unter seinen unmittelbaren Schutz, mitunter, weil der Klostergründer ein Vetter dritten Grades zu ihm war. Bereits 1188 wurde neben dem Männerkloster ein Frauenkloster errichtet. Dieses bestand bis 1476 und wurde dann nach Lauffen am Neckar verlegt.
Nachdem die Dynastie der Staufer ein Ende hatte, übernahmen die württembergischen Grafen die Schirmherrschaft des Klosters und damit auch von dessen Grundherrschaft. Adelberg war zu diesem Zeitpunkt nach Hirsau, Maulbronn und Bebenhausen an 4. Stelle von der Steuerkraft her. Im Bauernkrieg von 1525 brannte ein Teil des Klosters nieder. Zehn Jahre später führte Herzog Ulrich in seinem Herzogtum Württemberg die Reformation ein. Das Kloster wurde nun aufgehoben. Seit der Reformation ist die Dorfkirche die protestantische Kirche für die Einwohner für die Adelberger.
1565 war die Reformation schon so weit, dass ein protestantischer Abt namens Christoph Binder in die Prälatur im Kloster einziehen konnte. Er hatte die primäre Aufgabe eine Klosterschule aufzubauen, in der der theologische Nachwuchs gefördert und unterrichtet werden sollte. Diese bestand bis zum dreißigjährigen Krieg.
Nachdem das Herzogtum Württemberg in vier Verwaltungsbezirke eingeteilt wurde, kam dem Kloster Adelsberg die Ehre zu, dass die Vorsteher des Klosters die Verwalter eines der vier Verwaltungsbezirke wurden. Diese Reihe währte von 1565 bis 1805, lediglich der Dreißigjährige Krieg unterbrach diese Serie. Nachdem Napoleon Südwestdeutschland neu ordnete, endete die Reihe wodurch das Kloster und somit Adelberg relativ unbedeutend wurden. 1807 wurde es dem Oberamt Schorndorf zugeteilt.
Allgemein kann man sagen, dass die Bevölkerung Adelbergs immer relativ arm war. Sie arbeiteten im Kloster mit oder verdienten noch ein bisschen durch Holzhandel dazu.

Die Adelberger fühlten sich aber Schorndorf nicht zugehörig, da sie in Richtung Göppingen tendierten, mitunter, weil es dort eine Bahnstation gab, jedoch wurden sie erst nach der Kreisreform 1938 dem Landkreis Göppingen untergeordnet.


Kepler in Adelberg

1584 wurde Kepler in die evangelische Klosterschule Adelberg aufgenommen. Das harte Klosterleben war durch Ausgangssperren, karge Kost, die Pflicht der Mönchskutten und die alltäglichen Psalmengesänge um vier Uhr morgens geprägt. Außerdem bestand eine Meldepflicht von Vergehen anderer Kameraden, 1586 folgte Kepler dieser und hatte unter der harten Rache seiner Mitschüler zu leiden. In dieser Zeit verließ Keplers Vater die Familie für immer. Kepler lernte schnell und gut Latein und befasste sich schon mit Theologie, jedoch hatte dies den Neid der Mitschüler zur Folge und Kepler wurde zum Außenseiter. Während dieser Episode litt er auch an schlimmen Geschwüren an Beinen und Händen.


Erinnerungen an Kepler heute

Eine Gedenktafel an der Prälatur erinnert daran, dass der Astronom Johannes Kepler von 1584 bis 1586 die Adelberger Klosterschule besuchte.


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