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Willkommen bei der Johannes-Kepler-Sternwarte Weil der Stadt

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Sh2-68, der Flammenschädelnebel

Sh2 68 Sept26Der Flammenschädelnebel ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Schlange. Hierbei handelt es sich um das Überbleibsel eines Sterns mit niedriger oder mittlerer Masse, der seine äußeren Schichten abgeworfen hat und eine Hülle aus ionisiertem Gas hinterlässt, welche von seinem zentralen weißen Zwergstern zum Leuchten angeregt wird. Sein geschätztes Alter liegt bei 30.000 bis 45.000 Jahren. Bemerkenswert ist seine Wechselwirkung mit dem interstellaren Medium (ISM), das die Ausdehnung des Nebels gestoppt und eine ausgedehnte Schwanzstruktur geschaffen hat, welche ihm sein charakteristisches asymmetrisches Ausshen verleiht. Er besitzt die bis jetzt höchste bekannte Eigenbewegung eines planetarischen Nebels. Der zentrale Stern ist ein heißer weißer Zwerg mit der Bezeichnung WD1822+008 und dem Spektraltyp DAOZ.6, was auf starke Absorptionslinien von Wasserstoff und Helium in einer heißen Umgebung hinweist. Der Stern erscheint als blaue Punktquelle versetzt vom Zentrum des Nebels, eingebettet im sauerstoffreichen Kern.
 
Herr Prof. Werner hat mir folgende Erklärung für die Bezeichnung des Spektraltyps, sowie ein Spektrogramm (er erstellte eine Spektralanalyse von ihm, welche aber noch nicht veröffentlicht ist) dieses Sterns zugesandt: 
 
Sh2 68 Spektrum
 
D: Weißer Zwerg
A und O: Wasserstoff, bzw. Helium im Spektrum
Z: Linien anderer Elemente
Es gibt bestenfalls eine handvoll Weißer Zwerge dieses Spektraltyps und das macht diesen Stern so besonders.
Warum es soviel Kohenstoff (ca.1%) auf diesem Objekt gibt, ist völlig unklar
 
Eingebettet in den großen planetarischen Nebel liegt auch der wesentlich kleinere planetarische Nebel PK030+06.1, welcher aber nur nach einem entsprechenden Platesolving erkannt werden kann.
 
Aufnahmedaten:
  • Teleskop: RC mit 10" bei 2000mm Brennweite
  • Kamera: OSC im APS-C-Format
  • Filter: DNB (Duo-Narrow-Band), swie UV/IR-Cut (RGB)
  • Belichtungszeit: 120 x 300s (10h) mit DNB
  • DNB-Bilder bearbeitet im HOO-Modus
  • Um die Sternfarben zu retten, wurden noch 60 RGB-Bilder zu je 120s (2h) hinzugefügt.
  • Norden ist oben, Osten links
Die Bildrechte für das Spektrogramm liegen bei Herrn Prof. Werner
D. Ludwig
 
 

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