Auffällig ist seine ungewöhnliche Struktur: Der Nebel besteht aus mehreren überlagerten, bogenförmigen und fadenartigen Strukturen (im beigefügten HA-Bild sehr deutlich zu erkennen). Wegen seiner gewundenen Filamente und bogenförmigen Strukturen wird er auch als „Fliegender Drache“ bezeichnet. Zusammen mit dem benachbarten Sh2-113 (mitte links)entsteht der Eindruck einer großen, gekrümmten Blasenstruktur. Dadurch erinnert das Objekt stark an den Überrest einer Supernova. Ein entsprechender Supernovaüberrest konnte jedoch in dieser Region bislang nicht nachgewiesen werden. Sh2-114 ist wissenschaftlich wenig untersucht. Als mögliche Ursache der Filamente wird die Wechselwirkung von Sternwinden heißer, massereicher O- und B-Sterne mit dem interstellaren Gas und dessen Magnetfeldern diskutiert. Die charakteristische Form wäre demnach nicht das Ergebnis einer Supernovaexplosion, sondern das Produkt dynamischer Prozesse im interstellaren Medium.
Die Bezeichnung H-II-Region bedeutet, dass Wasserstoff durch energiereiche UV-Strahlung naher heißer Sterne ionisiert wird. Bei der Rekombination der Elektronen entsteht u.a. die charakteristische H-Alpha-Emission.
Aufnahmedaten:
- 10-Zoll-Newton mit einer Brennweite von 1000mm, also f/4.
- OSC-Kamera im APS-C-Format
- 600 Aufnahmen in RGB zu je 60s (10 Std.)
- 120 Aufnahmen zu je 300s mit DNB-Filter (10 Std.)
Um den "fliegenden Drachen" entsprechend darzustellen, habe ich das Bild gedreht. Daher ist Norden rechts und Osten oben.
Dieter Ludwig



